KI und Autonomie in umkämpften Einsätzen: Vorbereitung auf DDIL-Umgebungen
KI und autonome Systeme werden die US-Militäroperationen verändern, aber ihre Wirksamkeit hängt davon ab, wie widerstandsfähig sie in verweigerten, beeinträchtigten, intermittierenden und eingeschränkten (DDIL) Umgebungen sind, die durch feindliches Stören und Cyberangriffe entstehen.
Die Integration von künstlicher Intelligenz und autonomen Systemen in militärische Operationen verändert grundlegend, wie die Vereinigten Staaten größere Konflikte planen, führen und aufrechterhalten. Von KI-gestützten Zielerfassungssystemen bis hin zu autonomen unbemannten Plattformen versprechen diese Technologien, die Lageübersicht zu verbessern, Entscheidungszyklen zu beschleunigen und das Risiko für menschliche Operatoren zu verringern. Dieselben Technologien schaffen jedoch neue Verwundbarkeiten, wenn sie in umkämpften elektromagnetischen und cybernetischen Umgebungen eingesetzt werden – Bedingungen, die Verteidigungsplaner als DDIL (Denied, Degraded, Intermittent, and Limited) bezeichnen.
Owen J. Daniels vom Atlantic Council legt in einer umfassenden Analyse dar, wie Fähigkeiten von Gegnern – darunter Anti-Satelliten-Waffen, elektronische Kampfführungssysteme und hochentwickelte Cyber-Angriffsplattformen – die Konnektivität unterbrechen oder beeinträchtigen können, auf die KI-gestützte Systeme angewiesen sind. Der Bericht argumentiert, dass US-Streitkräfte sich auf eine Zukunft vorbereiten müssen, in der autonome Plattformen mit minimaler menschlicher Aufsicht, eingeschränkter Kommunikation zu Führungszentren und degradierten Sensoreingaben funktionieren müssen. Dies ist kein hypothetisches Szenario: Peer-Gegner wie China und Russland haben bereits Fähigkeiten demonstriert, Satellitenkommunikation zu stören, GPS-Signale zu stören und Cyber-Operationen gegen militärische Netzwerke durchzuführen.
Der Bericht identifiziert drei Prioritätsbereiche für den Aufbau von KI-Resilienz in DDIL-Umgebungen. Erstens die Entwicklung widerstandsfähiger Kommunikationsarchitekturen, die in umkämpften elektromagnetischen Umgebungen funktionieren können. Dazu gehören Investitionen in Wellenformen mit geringer Abhörwahrscheinlichkeit, Mesh-Networking-Fähigkeiten, die es Plattformen ermöglichen, ohne zentrale Koordination Peer-to-Peer zu kommunizieren, sowie weltraumgestützte Kommunikationssysteme, die schwerer zu stören sind. Zweitens die Ausbildung von Kräften, KI-Systeme unter degradierten Bedingungen zu betreiben. Gegenwärtige Ausbildungsprogramme gehen von zuverlässiger Konnektivität und robusten Datenverbindungen aus; der Bericht argumentiert, dass die Ausbildung um DDIL-spezifische Szenarien erweitert werden muss, in denen Operatoren Entscheidungen mit unvollständigen Informationen und begrenztem System-Feedback treffen müssen. Drittens die Etablierung doktrinärer Rahmenwerke für autonome Entscheidungsfindung, wenn menschliche Aufsicht nicht verfügbar ist. Dies erfordert klare Einsatzregeln für autonom operierende Systeme, die Schaffung von Rechenschaftsmechanismen sowie die Entwicklung ethischer Leitlinien, die mit dem Völkerrecht im Einklang stehen.
Die Analyse behandelt auch die Beschaffungsimplikationen der DDIL-Resilienz. Der Bericht argumentiert, dass das Verteidigungsministerium DDIL-Tests in alle Beschaffungsentscheidungen für KI- und autonome Systeme integrieren muss. Systeme, die in permissiven Umgebungen gut funktionieren, unter DDIL-Bedingungen jedoch versagen, sollten nicht eingeführt werden – unabhängig von ihren Fähigkeiten unter Idealbedingungen. Dies erfordert einen Wandel in der Beschaffungsphilosophie: von der Optimierung auf Höchstleistung hin zur Optimierung auf Leistung in degradierten Umgebungen. Der Bericht empfiehlt die Einrichtung einer dedizierten DDIL-Test- und Evaluierungsorganisation im Office of the Under Secretary of Defense for Acquisition and Sustainment mit der Befugnis, Systeme vor dem Eintritt in die Produktion zu zertifizieren.
Eine vierte Dimension der Herausforderung betrifft die Interoperabilität mit Verbündeten. Die Vereinigten Staaten operieren in Koalitionsumgebungen, in denen Partner unterschiedliche KI-Systeme, unterschiedliche Kommunikationsprotokolle und unterschiedliche Grade an DDIL-Resilienz aufweisen können. Der Bericht empfiehlt die Entwicklung gemeinsamer Standards für KI-gestützte Koalitionsoperationen, einschließlich einheitlicher Datenformate, interoperabler Kommunikationsprotokolle und gemeinsamer DDIL-Ausbildungsübungen. Dies ist besonders wichtig für Operationen im Indo-Pazifik, wo die USA stark auf die Zusammenarbeit mit Verbündeten bei nachrichtendienstlichem Austausch, Logistik und Kräfteprojektion angewiesen sind.
Der Bericht schließt mit einem Aufruf zu nachhaltigen Investitionen in die Forschung und Entwicklung von KI-Resilienz. Die Autoren argumentieren, dass DDIL-Resilienz kein einmaliges Ingenieursproblem ist, sondern eine fortlaufende Herausforderung, die kontinuierliche Investitionen, Tests und Anpassungen erfordert. Mit der Weiterentwicklung der Fähigkeiten von Gegnern müssen auch die Gegenmaßnahmen der USA fortentwickelt werden. Der Bericht empfiehlt die Einrichtung eines nationalen Forschungsprogramms zur KI-Resilienz, vergleichbar in Umfang und Ambition mit den Programmen der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), die frühere Wellen militärischer technologischer Innovation vorangetrieben haben.